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Erfolgreiche Mitgliederversammlung im Dortmunder Baukunstarchiv

MV 2020 im Baukunstarchiv in Dortmund

Erfolgreiche Mitgliederversammlung im Dortmunder Baukunstarchiv
Die Mitgliederversammlung der VAA Vereinigung Angestellter Architekten - ursprünglich geplant für März dieses Jahres, dann verschoben, aber nicht aufgehoben – konnte doch noch am 08.08. im Gartensaal des Dortmunder Baukunstarchivs (BKA) durchgeführt werden.

Die spannenden Themen auf der Tagesordnung und die lange, Corona-bedingte Abstinenz vom Vereinsleben lockten trotz hoher Außentemperaturen viele Mitglieder in die luftige Location des Baukunstarchivs in der Dortmunder Innenstadt. So kam es in dem weiten Gartensaal bei offenen Flügeltüren zum Park und kühlen Getränken im Eisschrank zu interessanten Vorträgen, Beiträgen und Austausch untereinander.
Nach einer guten Mittagsspeise vor Ort und geselligem Austausch auf der Außenterrasse führte uns der Geschäftsführer des BKA, Markus Lehrmann, nach der Pause mit Vortrag und filmischem Rückblich durch die 150-jährige Geschichte des Gebäudes und anschließend durch die Räumlichkeiten des Archivs. Wir Besucher - Architektinnen, Innenarchitekten, Stadtplanerinnen und Landschaftsplaner aus NRW – staunten nicht schlecht über die große, in so kurzer Zeit bereits zusammengetragene Ansammlung von Schätzen der Baukultur aus Nach- und Vorlässen in Form von Plänen, Modellen, Fotografien und Büchern. Ein wahres Eldorado für historisch Interessierte – gern hätte sich der ein oder andere in der kühlen Bibliothek mit diesem Fundus etwas länger aufgehalten.
Zurück im Gartensaal übergab unser Vorsitzender Klaus Brüggenolte im Namen der VAA Herrn Lehrmann einen Spendenscheck über 500 €, um diesen lebendigen Ort der Baukultur – es finden hier auch ständig Ausstellungen und Veranstaltungen statt – weiter zu fördern. Denn die einzigartige und vorbildhafte Erfolgsgeschichte des BKA - mit dem Impetus Bewahren, Forschen, Ausstellen - bedarf vor allem auch in Krisenzeiten der Unterstützung.
In den Nachmittagsstunden ging es um ein besonderes Thema, nämlich die Vorstellung und Diskussion der Wahlliste mit den Kandidatinnen und Kandidaten der VAA zur XII. Vertreterversammlung der AKNW, da die Wahlperiode der XI. Vertreterversammlung endet. Uns war klar, dass es für viele ein spannendes Thema ist, verbunden mit Engagement und Verantwortung, aber auch Generationenwechsel und Neuanfang. Schlussendlich lag nach konstruktiver Diskussion und klarem Blick-nach-vorn eine gut abgestimmte Wahlliste vor. Das zurückliegende, bisher erfolgreiche Wahljahr gibt eine gute Basis für den Endspurt.
Kein Zweifel – der altehrwürdige Charme, die atmosphärische Dichte und die zukunftsfähigen Entwicklungsmöglichkeiten der Tagungsstätte haben die positive Stimmung auf der Mitgliederversammlung zusätzlich unterstützt. G.B.

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FORTBILDUNGSVERPFLICHTUNG BIS INS HOHE ALTER ? FÜR ALLE FACHRICHTUNGEN ?

Bei der Mitgliederversammlung der VAA Anfang April diesen Jahres in Paderborn wurde die Frage der Fortbildungsverpflichtung diskutiert. Festgehalten wurde Folgendes :

Nach § 22 Abs. 2 Ziff.4 Baukammergesetz (BauKG NRW) sind sowohl unsere Kolleginnen und Kollegen als auch wir verpflichtet, sich fortzubilden. 
Die Kammer überprüft, ob einzelne Kolleginnen bzw. Kollegen dieser Verpflichtung nachgekommen sind. Durch einen Zufallsgenerator werden in jedem Jahr 10 % der Kammermitglieder ausgewählt und durch die Kammer abgefragt, ob sie für das vergangene Jahr mindestens 8 Stunden Fortbildung nachweisen können. Diese Fortbildungsmaßnahmen müssen durch die Kammer als inhaltlich geeignet anerkannt sein. Solche Maßnahmen, die durch die Kammer nichtals inhaltlich geeignete Fortbildung zertifiziert sind, werden auch nicht als Nachweis der Fortbildung durch die AKNW anerkannt. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, so wird gem. § 7 Abs. 2 Fort- und Weiterbildungsordnung die Möglichkeit eingeräumt, die Fortbildung im folgenden Halbjahr  nachzuholen. Sollte dies dann aber wieder nicht geschehen oder liegt ein schwerwiegender Verstoß gegen die Berufspflicht vor, so beantragt die Kammer beim Berufsgericht bei dem Verwaltungsgericht Düsseldorf, den Fall zu untersuchen. Das Gericht kann bei Verstößen gegen die Fortbildungspflicht Verweise und/oder Geldbußen verhängen. In schwerwiegenden Fällen kann aber auch der Ausschluß aus der Architektenkammer verfügt werden.

Warum wird das Verwaltungsgericht Düsseldorf eingeschaltet und nicht etwa das Amtsgericht ?
Weil das Berufsgericht als spezieller Spruchkörper für Disziplinarverfahren beim Verwaltungsgericht Düsseldorf angesiedelt ist. Auf Grund langjähriger Erfahrung haben wir festgestellt, dass die verhängten Bußgelder wesentlich höher als die Kosten der Fortbildungsseminare sind. 

Wann endet die Fortbildungsverpflichtung ? 
Mit dem 66. Geburtstag eines Kammermitgliedes und der Eintragung als “Nicht berufstätiges Mitglied“ bei der Kammer. Beide Voraussetzungen gelten kumulativ. Alle anderen Kammermitglieder, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, müssen sich unabhängig vom Alter fortbilden.

AK Öffentlichkeitsarbeit, JM 

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2020 - Was für ein Jahr

Als dieses Jahr begann, war Corona weit weg - man hatte allenfalls davon gehört -. Die westliche Welt wähnte sich in Sicherheit und verfolgte vorerst weiter aktuelle Themen wie z.B. Klimawandel, Verkehrswende und Wohnungs-bau. Dann kam Corona und veränderte das Leben. Die menschliche Hybris ...

... kam jäh zum Erliegen, Entschleunigung und Einbrüche im privaten und öffentlichen Leben mit Folgen für Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft waren die Folge. Begleitet von einem shut-down und enormen staatlichen Finanzhilfen wurde die sich abzeichnende schwerste Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg jedoch von verantwortlicher Politik und qualifizierter Fachwelt weitgehend souverän gemanagt und von einer disziplinierten Bevölkerung überwiegend mitgetragen.

Neben  grundlegenden Fragen,  inwieweit sich unser Leben nun verändern wird oder mit welchen Auswirkungen im Job und im Baugeschehen zu rechnen ist, gelang es im Sommer trotzdem temporär, ein Stück Normalität zu genießen. Viele machten Urlaub – die meisten davon in Deutschland. Wir Kollegen von der VAA Vereinigung Angestellter Architekten*, Innenarchitekten*, Stadt- und Landschaftsplaner* nutzten die Gelegenheit, im August - noch schnell und zudem erfolgreich - im Dortmunder Baukunstarchiv unsere Mitgliederver-sammlung durchzuführen, nachdem schon die im Mai geplante VAA-on-tour-Veranstaltung zur Soester Wiesenkirche ausfallen musste.

Nun stehen wir leider vor der nächsten Herausforderung, Corona lässt nicht locker. Wenn wir uns fragen, wie in den nächsten Monaten der Alltag gelingt, sind vor allem solidarisches Miteinander, Mäßigung in den Ansprüchen und ein langer Atem wichtige Grundvoraussetzungen und nicht zu vergessen auch kreatives und flexibles Handeln sind gefragt. 

Die Kollegen der VAA möchten sich an dieser Stelle bei den Wählern, die die VAA vor 5 Jahren in die XI. Vertreterversammlung der AKNW gewählt hatten, für ihr Vertrauen bedanken. Es geht weiter, im Dezember 2020 finden die nächsten Wahlen zur XII. Vertreterversammlung statt! Wir freuen uns, wenn Sie uns auch jetzt wieder Ihre Stimme geben. Der Vorstand der VAA wünscht Ihnen eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit und alles Gute für das Neue Jahr. Bleiben Sie gesund !                                                                                           

G.B.

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Die VAA und das Jahr 2021

Guten Rutsch in das neue Jahr 2021

Hand aufs Herz, sind wir nicht mal wieder überrascht wie schnell das vergangene Jahr verflogen ist, obwohl wir die Flugroute und die Geschwindigkeit selbst in der Hand hatten.

Wir haben Rückschau gehalten mit Ereignissen, welche teils absehbar waren, und jene die uns vollkommen überrascht haben.

Kommunalwahlen, Wahlen in den USA und schlussendlich unsere Kammerwahlen.

Jedoch die Corona-Pandemie hat alles überschattet, dass sich in diesem Ausmass wohl Niemand hat vorstellen können. So mussten Präsenz unserer Tätigkeiten in der AKNW und der VAA drastisch reduziert werden. Verpflichtende Sitzungstermine erfolgten überwiegend in Form von Video-Konferenzen. Dies sollte möglichst jedoch kein Dauerzustand werden, da der persönliche direkte Austausch von Ansichten und deren Festlegung von Positionen für eine konstruktive Zusammenarbeit unerlässlich sind.

Trotz allem schöpfen wir weiterhin die Kraft für die Umsetzung unserer Ziele und legen damit das Fundament diese mit Zuversicht realisieren zu können. Wir gehen mit positiven Gedanken in das neue Jahr und lassen uns vom Impuls der Begeisterung für die unerlässliche berufspolitische Arbeit weiterhin einfangen.

Bestätigt hat sich diese Grundeinstellung insbesondere in der Nachwuchsförderung der VAA. Von den gesetzten 48 angestellten und nicht berufstätigen Architekten und Architektinnen für die Wahl der Vertreterversammlung 2020 der AKNW kandidierten 12 Architekten und 11 Architektinnen erstmalig für dieses Amt.  Bei Redaktionsschluss für die DAB Ausgabe 1`21 lag das Wahlergebnis noch nicht vor, sodass in der kommenden Ausgabe eine entsprechende Kommentierung erfolgen wird.

Mit diesen Gedanken wünschen wir allen Mitgliedern sowie Wählern und Wählerinnen, unabhängig ihrer Wahlentscheidung, einen guten Start in das neue Jahr 2021. Mögen uns Zuversicht, gegenseitiges Vertrauen und Optimismus begleiten, sodass wir alle am Ende zufrieden zurückblicken können.

Bleiben Sie gesund!

K.B.  / Foto (c) Privat

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„VAA-on-Tour“ zur Gartenstadt Margarethenhöhe in Essen

 „VAA-on-Tour“ zur Gartenstadt Margarethenhöhe in Essen

 „VAA-on-Tour“ zur Gartenstadt Margarethenhöhe in Essen
 
In diesem Jahr sprechen wir fast ausschließlich über das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum! Aber was passierte unmittelbar vorher in der Architektur und im Städtebau?

Wer die im DAB 05/2019 auch mit dieser Fragestellung angekündigte Fachexkursion zur Essener Gartenstadt Margarethenhöhe dann am 25. Mai miterlebt hat, wurde darüber so ausgiebig informiert, dass Dem- / Derjenigen das Gehörte und Gesehene nicht mehr so schnell aus dem Gedächtnis entschwinden dürfte!
 
Das hat vor allem auch mit dem Referenten und Stadtplaner Dr. Ernst Kurz zu tun, der das Auditorium mit einer Fülle von  speziellen, z.T. bislang unbekannten Fakten - auch zu in- und ausländischen Gartenstadtprojekten - sowohl in dem mit Lichtbildern begleiteten Vortrag, als auch bei der anschließenden Führung durch die Siedlung Margarethenhöhe in interessierter Spannung gehalten hat.
 
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen konnten sich vor Ort ein Bild davon machen, wie die Planer ihrer Zeit es geschafft haben, dem enorm gestiegenen Wohnraumbedarf - verursacht durch die massive Zuwanderung im Zuge der Industrialisierung Anfang des letzten Jahrhunderts - im Kontext mit hochwertigem Städtebau zu begegnen.
 
Die Essener Margarethenhöhe, die nach den heute noch gültigen Grundsätzen des Städtebaus realisiert wurde und seinerzeit zu den ersten Bauten der Reformbewegung in der Architektur zählte, bildete u.a. die Voraussetzung für das 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete und 1925 nach Dessau verlegte Bauhaus mit seiner weltweiten Strahlkraft in Architektur und Design. Die Margarethenhöhe  steht seit 1987 unter Denkmalschutz. Beim gemütlichen Gedankenaustausch in der Nachmittagssonne auf der Margarethenhöhe bei Kaffee und Kuchen waren anerkennende Kommentare von Seiten der Gäste und der VAA - KollegInnen zu hören - und die Empfehlung, wer diese außergewöhnliche Gartenstadt noch nicht besucht hat, diesen Besuch recht bald nachzuholen!                                                

VAA/GP

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VAA-Klausurtagung am Dortmunder Phönixsee

VAA Klausurtagung in Dortmund am Phönixsee

Ende August trafen sich die Mitglieder der VAA am Phönixsee in Dortmund, um hier ihre diesjährige Klausurtagung durchzuführen. Bei strahlendem Sonnenschein begann die Tagung für die aus ganz NRW angereisten Kolleginnen und Kollegen ...

... in der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Hörder Burg, die heute zur Sparkassenakademie gehört, um hier über aktuelle Themen und Zukunftsprojekte zu diskutieren. Bei lebhafter, konstruktiver Diskussion ging es u.a. um Wahlen, Ausschussarbeit, Werbung und kulturelle Aktivitäten, die die VAA für Mitglieder, Freunde und Interessierte regelmäßig durchführt. 

In der Mittagspause wurde im Rahmen der Stadtführung „SeegeflüsterSpaziergang“ über die Industriegeschichte des Ortes und die aktuelle, städtebaulich-architektonische Entwicklung berichtet. Wo noch bis 2001 Stahl verarbeitet wurde, ist in Anbindung an den alten Stadtteil Hörde ein neuer, dicht bebauter, attraktiver Stadtteil am See mit hochwertiger Wohn- und Büronutzung, Gastronomiebetrieben und Freizeitaktivitäten hinzugekommen. Es handelt sich hier um einen Strukturwandel der außergewöhnlichen Art, der Beachtung bei Fachleuten aus aller Welt findet und mitten in der Großstadt ein Refugium für verschiedenste Bedürfnisse der Stadtbewohner bietet. Bei der Führung wurde auch über interessante Details zur Geschichte des alten Hoesch-Industriebetriebes, zur geretteten Thomasbirne und zur Renaturierung der Emscher berichtet. Der See zieht Gäste von nah und fern in seinen Bann – es ist davon auszugehen, dass unsere Teilnehmer bald wieder kommen. 

Am Ende der Klausurtagung war man sich einig, dass es ein in jeder Hinsicht interessanter und gelungener Tag war – ein ergebnisreicher Tag mit kulinarischen und baukulturellen Einlagen und viel Zeit zum persönlichen Austausch.                                                                                              G.B.

  

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VAA-Mitgliederversammlung 2020 in DO

MV 2020 im Baukunstarchiv in Dortmund

Am Samstag, den 08.08.2020 fand im Baukunstarchiv in Dortmund am Ostwall 7 unsere diesjährige Mitgliederversammlung statt, die eigentlich im März stattfinden sollte, aber aufgrund des Corona-Virus verschoben werden musste.

Es sollte der heißeste Tag des Jahres werden, allerdings waren die Temperaturen im Gartensaal gut zu ertragen. Nach Abhandlung der allgemeinen Regularien ...

... und einem gemeinsamen Mittagessen gab es eine Führung durch das Baukunstarchiv. Herr Dipl.-Ing. Markus Lehrmann, Geschäftsführer des Baukunstarchivs und Hauptgeschäftsführer der AKNW führte uns persönlich durch dieses besondere Gebäude und konnte uns viele interessante Details von der Erstellung bis heute schildern.

Anschließend wurde neben weiteren Regularien auch der Werbeauftritt der VAA und die geplanten Aktionen für die Kammer- Wahlen 2020 vorgestellt.

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung wurden außerhalb des Gebäudes noch Gruppenfotos gemacht, die unser Vorstandsmitglied, Eric Wollesen, allen Mitgliedern zur Verfügung stellen möchte. Ein Link hierzu findet sich im geschützten Mitgliederbereich.

Alles in allem war es eine gelungene und gut besuchte Veranstaltung.

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VAA on Tour: ABGESAGT - Besichtigung der Wiesenkirche in Soest

Wiesenkirche Soest (Foto E.Wollesen)

Die VAA hatte zu Ihrer Veranstaltung VAA on Tour  im DAB Heft 05/2020 zur Besichtigung der Wiesenkirche in Soest am 27.06.2020 um 14:00h eingeladen. Zahlreiche Interessierte haben sich bereits auf diesen Artikel hin angemeldet.

Leider hat uns der Veranstalter aufgrund der Bestimmungen zur Corona Krise informiert, dass ihm die Durchführung der Veranstalung untersagt wurde.
Die Interessenten wurden bereits informiert. Wir bitten um Verständnis und sind bemüht die Veranstaltung zu einem anderen Zeitpunkt wieder anzubieten.

Ihr Team VAA on Tour

 

Jürgen Meinhard feiert 80-jährigen Geburtstag

Jürgen Meinhard feiert 80-jährigen Geburtstag

Dipl.-Ing. Architekt Jürgen Meinhard zum 80sten die besten Glückwünsche!
Am 18. Mai 2020 feiert der Architekt Jürgen Meinhard seinen 80. Geburtstag. Hierzu überbringt die VAA Vereinigung Angestellter Architekten die herzlichsten Glückwünsche, alles Gute und vor allem Gesundheit!

Und wie war sein Werdegang? Nun, die Liebe zum Bauen entwickelte sich bei Jürgen Meinhard schon sehr früh, denn er hatte Gelegenheit, einem Architekten, der bei ihm zu Hause in Mettmann wohnte und arbeitete, beim Planen und Entwerfen über die Schulter zu schauen. Das motivierte ihn, in den Schulferien auch praktisch tätig zu werden und auf dem Bau zu arbeiten, zum einen, um ein kleines Taschengeld zu verdienen, vor allem aber auch, weil ihm die Arbeit und die Atmosphäre dort gefielen. Somit schien bei ihm die berufliche Richtung vorgegeben: nach dem Abitur im Jahr 1961 absolvierte Jürgen Meinhard weiter verschiedene Praktika auf dem Bau und begann im Jahr 1963 das Hochbaustudium an der damaligen, staatlichen Ingenieurschule in Wuppertal, wo er im Jahr 1966 auch seinen Abschluss machte.
Und dann kamen die ersten Stationen im Berufsleben, die er in freien Büros verbrachte: er startete mit einer dreijährigen Tätigkeit bei dem Wuppertaler Architekten und Eiermann-Schüler Heinz Kisler, gefolgt von vier Jahren im Büro von Prof. Willi Balzer, Wuppertal, wo zu der Zeit jeder Auftrag aus einem gewonnenen Wettbewerb hervorging. Daran schloss sich eine dreijährige Tätigkeit bei Eberhard Ludwig in Düsseldorf im Bereich Wohnungsbau an. Während seiner Tätigkeit in den freien Büros konnte er an zahlreichen, größeren Projekten mitwirken, wie z.B. dem Concordia-Gebäude, Wuppertal oder das Altenheim in Homberg/Niederrhein, was er insgesamt als großes Glück empfand. Der Architekt Jürgen Meinhard war immer wieder - und ist es noch heute - fasziniert, zu erleben, wie das entsteht, was er sich als Planer und Architekt ausgedacht hatte – sei es im großen wie im kleinen Maßstab, im Detail oder im Entwurf ganzer Baukörper oder Siedlungen. Dann auch zu erleben, wie die eigenen Ideen und Visionen nicht mehr selber umgesetzt, sondern Handwerkern übergeben werden, die gegebenenfalls eigene Erfahrungen mit einbringen, es so zu einer fruchtbaren Diskussion kommt und die eigenen Vorstellungen perfektioniert werden - er empfand diesen Prozess als ständigen, kreativen Austausch mit dem Machbaren. Infolge der Krisenzeit im Baugewerbe in den Jahren 1974/75 war er froh, im Jahr 1976 eine Anstellung bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde in Mettmann zu finden, wo er später auch die Leitung - ergänzt um die Untere Denkmalbehörde – übernahm und dort bis 2003 für 27 Jahre tätig war.
Da Dipl.-Ing. Jürgen Meinhard das Berufsbild des Architekten immer viel bedeutete, brauchten die ehemaligen Kollegen Ernst-August Greef und Hans Zimmermann nur wenig Überzeugungsarbeit, um ihn für die damalige Liste “Angestellte Architekten“ – unsere heutige VAA Vereinigung Angestellter Architekten - zu gewinnen und für die 2. VVS Vertreterversammlung der AKNW im Jahr 1976 zu kandidieren. Zwar reichte die Stimmenzahl bei dieser Wahl noch nicht, wohl aber bei der nächsten Wahl zur 3. VVS. So wurde er am 14. März 1980 erstmalig gewählt. Seither – also über 40 Jahre – gehört er nun der VVS an.
Viele Jahre arbeitete er im Ausschuss “Planen und Bauen“ der AKNW, wobei er insbesondere an diversen Änderungen der Landesbauordnung mitwirkte. Das Arbeitsfeld innerhalb der AKNW hat sich aus seiner heutigen Sicht in den letzten 40 Jahren inhaltlich stark erweitert, so dass einige der ehrenamtlich tätigen Kolleginnen und Kollegen heute einen full-time-Job mit ihrem Ehrenamt erledigen. Trotzdem haben ihm die Verbandsarbeit in unserer VAA und die Aktivitäten in den Gremien der AKNW viel Freude gemacht - und werden es auch weiterhin tun. Denn die Arbeit in den Verbänden findet er sehr wichtig. Architekten/Architektinnen und Planer/Planerinnen vertreten nach außen hin zwar gleiche Interessen, in der Kammer gibt es jedoch auch divergierende Meinungen der verschiedenen Gruppen und Verbände, die ausdiskutiert werden müssen. Die Thematik, mit der sich
die Kammer mittlerweile beschäftigt, hat sich vom bautechnischen Bereich in den formellen, rechtlichen Bereich mit unendlich viel Lobbyarbeit verschoben. Wenn man erfährt, in wie viele Gremien, Arbeitsgruppen und Aktionsbündnisse die Kammer ihre Mitglieder entsenden muss, dann ist das nach seinem Eindruck nicht mehr allein durch Ehrenamtler zu schaffen. Für jedes noch so kleine Spezialgebiet wird ein eigenes Gremium gebildet! Aber auch in diesen Gremien muss die Kammer Vertreter entsenden, damit dort keine Entscheidungen getroffen oder Vorschriften beschlossen werden, die das Bauen unnötig weiter verkomplizieren und erschweren.
Auch wenn Jürgen Meinhard in der Unteren Bauaufsichtsbehörde 27 Jahre lang die Bauwünsche anderer geprüft hat, gehörte sein Herz doch weiterhin dem Beruf des Architekten an und er würde ihn heute wieder wählen. Sein Rat an die nächste Generation: gleichgültig, ob eine junge Kollegin/ein junger Kollege die berufliche Zukunft als Architekt/Architektin, Prüfer/Prüferin bei der Bauaufsicht oder als Stadtplaner/Stadtplanerin sieht, sollte er oder sie immer eine längere Zeit auf einer Baustelle die Praxis kennenlernen. Das hilft bei der Umsetzung der Ideen und schafft Verständnis für das Machbare vor Ort. Und nebenher sollten sie natürlich das berufspolitische Engagement als weiterer Grundpfeiler eines sinnerfüllten Berufslebens nicht vergessen! G.B.

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